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  • Autorenbildshagilou

Achtung Flexi-Hund!

Aktualisiert: 15. März 2022




Immer wieder treffe ich auf sie, ob beim Spaziergang mit meinen Hunden oder beim Training bei meinen Kunden, die Flexi-Hunde.

Es ist immer das gleiche Bild, ein Hund kommt des Weges, dann lange nichts und dann doch noch ein Frauli oder Herrli, mit ausgestrecktem Arm und flottem Schritt, bei dem Versuch den weit vorne gehenden Hund einzuholen.


Ich werde bei fast jedem Training gefragt, was ich von der Flexileine halte und ob sie verwendet werden soll oder nicht, darum möchte ich hier kurz anführen warum ich kein Freund der Flexileine bin:


Abgesehen davon, dass die dünne Schnur oder das Gurtband gefährlich für Hund und Mensch sein können und schlimme Verletzungen die Folge sein können, kann ich sie auch vom erzieherischen Standpunkt nicht empfehlen.


Ein häufiges Problem, wegen dem mich Kunden anrufen, ist, dass der Hund an der Leine zieht und "nicht ordentlich" an der Leine gehen kann. Tja, warum? Frage ich genauer nach welche Leine denn verwendet wird, ist die Antwort meistens: eine Flexileine.


Die Flexileine rollt sich von selber ein, diesen Rückzug spürt der Hund und er muss dagegen halten, dadurch lernt er zu ziehen.


Durch den Rückzug ist die Flexileine immer auf Spannung. Viele Hunde reagieren an der gespannten Leine ganz anders, häufiger aggressiver auf zb andere Hunde als an lockerer Leine. Angespannte Leine = angespannter Hund. Lockere Leine = entspannter Hund.


Der Hund geht so weit bis die Leine ausgefahren ist oder er das Klicken hört wenn man den Stopp-Knopf drückt. Er orientiert sich am Zug und dem Geräusch der Leine und nicht an der Bewegung und Geschwindigkeit des Menschen; das ist aber die Grundvoraussetzung für das Gehen an lockerer Leine.


Viele Hundebesitzer glauben, dass sie mit der Flexileine eine bequeme Möglichkeit gefunden haben, dem Hund mehr Bewegungsfreiheit zu geben. Aber genau diese Bewegungsfreiheit kann das Problem sein. Der Hund geht rechts, geht links, geht vor, bleibt zurück... - er entscheidet selbst über Richtung und Geschwindigkeit.

Verwendet man plötzlich eine kurze Leine, wird diese Bewegungsfreiheit eingeschränkt, verkleinert. Er möchte aber weiterhin seinen Weg gehen und seinen gewohnten Freiraum haben, daher zieht er noch mehr.


Manchmal ist eine kurze Leine, ein kleinerer Freiraum, aber doch notwendig. Auf einem 2m breiten Gehsteig neben der Straße sollte der Hund nicht 5m Freiraum haben, eine kleine Ablenkung auf der anderen Straßenseite, die sich der Hund aus der Nähe anschauen möchte und schon steht er mitten auf der Straße...


Der Griff der Flexileine ist unhandlich und kann einem schnell aus der Hand rutschen. Dann poltert der Plastikgriff hinter dem Hund her, der vielleicht versucht vor diesem Geräusch zu fliehen, wird es aber nicht los, es verfolgt ihn und er rennt panisch immer weiter.

Möchte man den Hund zu sich holen, ist es fast unmöglich ihn unter Kontrolle zu bringen. Greift man dann in die Schnur oder den Gurt um ihn schnell herzuholen oder am weiterlaufen zu hindern, sind Schnittwunden und Verbrennungen an der Hand meistens vorprogrammiert.

Ausserdem hat man durch den Plastikgriff kein Gefühl für den Hund. An einer normalen Führleine spürt man Bewegungen des Hundes früher, man kann schneller und besser reagieren. Die Verbindung zwischen Mensch und Hund ist stärker.

Vor allem junge Hunde, sehr temperamentvolle Hunde oder Hunde, die ein Verhaltensproblem gegenüber Menschen oder anderen Hunden haben, also Hunde im Training, sollten nicht an der Flexi geführt werden.

Hunde müssen das "an-der-Leine-gehen" lernen. Das ist manchmal eine Herausforderung und braucht seine Zeit, aber durch konsequentes Training kann jeder Hund lernen an lockerer Leine mit seinem Menschen zu gehen.


Videos: youtube

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