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Die analytischen Bestandteile

Aktualisiert: 16. März 2022

Wir kennen die Angaben auf den Futterverpackungen über die analytischen Bestandteile, Rohprotein, Rohasche, Rohfaser, Rohfett, Feuchtegehalt

Aber was bedeuten diese Angaben eigentlich?


Die Weender Futtermittelanalyse

ist eine vorgeschriebene Angabe die auf alle Tierfutterverpackungen als "Analytische Bestandteile" gedruckt werden muss.

Also Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und wenn der Wassergehalt im Futter über 14% liegt, muss auch dieser Wert als Feuchtegehalt angegeben werden.

Diese Angaben werden mit der Standard-Laboranalyse zur Bestimmung der Nährstoffgruppen, wie Proteine (Eiweiße), Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe,... in Tierfutter ermittelt.

Durch Formeln lässt sich aus diesen Werten der nicht deklarierte Gehalt an Kohlenhydraten und der Gesamtenergiegehalt des Futters errechnen.


Rohprotein

Mit Rohprotein werden die, in der Analyse ermittelten, stickstoffhaltigen Verbindungen angegeben.

Sie lassen Rückschlüsse auf die enthaltenen Eiweiße zu.

Man unterscheidet zwischen tierischem und pflanzlichem Protein, dessen Bausteine die Aminosäuren sind.

Für eine ausreichende Versorgung mit Aminosäuren sind hochwertige, gut verdauliche Proteinquellen aus tierischen und pflanzlichen Rohstoffen wichtig.

Bei den Aminosäuren sind vor allem die essenziellen (lebensnotwendigen) Aminosäuren zu beachten, da sie der Organismus nicht selbst herstellen kann und sie nur über die Nahrung aufgenommen werden können.

Protein wird benötigt für den Aufbau und Erhalt von Körpersubstanzen wie zB Bänder, Gewebe, Haare, Knorpel,...

Bei der Bezeichnung "Rohprotein" kann man aber nicht erkennen, welche Qualität und Verdaulichkeit das verwendete Eiweiß hat. Die Weender Futtermittelanalyse unterscheidet nicht zwischen den verschiedenen Eiweißquellen und umfasst auch eiweißähnliche Bestandteile wie freie Aminosäuren, Peptide und Alkaloide.

Hier sollte man darauf achten, ob in der Deklaration zb "Geflügel" angegeben ist, das für minderes Protein durch Schlachtabfälle des ganzen Geflügels (also zB auch Federn, Schnäbeln, Krallen,... die keinen hohen Nährwert haben) steht oder ob "Geflügelfleisch" deklariert ist, was reines Fleisch darstellt und somit hochwertiges Protein enthält.

Eine Eiweißüberfütterung mit minderwertigen Proteinen kann Grund für viele Erkrankungen und Allergien sein. Ebenso stellt ein zu hoher Proteingehalt ein Problem beim Wachstum bei Welpen und Junghunden, vor allem großer Rassen, dar. Sie wachsen zu schnell und leiden daher oft an Problemen mit dem Bewegungsapparat.

Bei einer Fütterung mit hochwertigen Proteinen aus Muskelfleisch und Innereien ist eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Aminosäuren gesichert.

Das beste Futter ist also nicht das mit dem höchsten Rohproteingehalt, sondern das mit hochwertigen Proteinen im Gesamtproteingehalt.


Rohfett

Diese Angabe bezieht sich auf die enthaltenen tierischen und pflanzlichen Öle, Fette und fettähnlichen Bestandteile.

Fette sind Energiespeicher und Aufbausubstanzen. Hunde können tierische und pflanzliche Fette und Öle sehr gut verdauen und verwerten.

Die Aufgabe von Fett im Körper ist die Lieferung von Energie, der Transport von Nährstoffen und der Schutz der Organe und Nerven.

Ein Gehalt an Fetten von mindestens 5% der Trockensubstanz ist notwendig, um den Energiebedarf zu decken, die ungesättigten Fettsäuren (essenzielle Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann) aufzunehmen und um die fettlöslichen Vitamine verwerten zu können.

In tierischen Fetten sind zum Großteil gesättigte Fettsäuren enthalten.

In Pflanzen und Fisch kommen die wertvolleren ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor.

Je mehr Fettanteil umso höher der Energiegehalt des Futters - was je nach dem ein Vor- oder Nachteil sein kann. Ein Zuviel an Energie/Fett wird im Körper in Depots gespeichert.

Rohfaser

Dieser Wert beschreibt den Anteil an Ballaststoffen (die weitgehend unverdaulichen Bestandteile im Futter aus Zellulose, Hemizellulose, Lignin - also Kohlenhydrate), die für die Darmperistaltik und somit für eine gute Verdauung wichtig sind.

Eine gewisse Menge an Rohfaser unterstützt unter anderem die guten Darmbakterien und bewirkt damit ein gesundes Darmmilieu. Zu viel Rohfaser verringert jedoch die Verdaulichkeit des Futters.


Rohasche

Der Rohaschegehalt wird durch Ausglühen aller organischen Bestandteile des Futters in einem Muffelofen bei ca. 550°C bis nur Asche überbleibt, ermittelt.

Dieser Wer umfasst alle Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium,... und Spurenelemente die für den Hund lebensnotwendig sind, aber auch Sand.

Die allgemein gängige Meinung, dass ein hoher Rohaschewert die Nieren stark belastet, trifft allerdings nur bei künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen sowie bei minderwertigen Rohstoffen zu.

Feuchtegehalt

Die Feuchtigkeit im Futter muss erst angegeben werden, wenn sie über 14% liegt.

Der Wassergehalt ist für die verschiedenen Futterarten wie folgt festgelegt:

Trockenfutter ca. 10-12%

Halbfeuchtes Futter ca. 20-40%

Nassfutter ca. 70-85%

Wird der Feuchtigkeitsgehalt herausgerechnet, bleiben die Werte für die Trockenmasse. Dies ist wichtig, um die angegebenen analytischen Bestandteile wie Rohprotein, Rohfett usw richtig einschätzen zu können.

Beispiel:

Um den tatsächlichen Rohaschegehalt eines Nassfutters mit 80% Feuchtegehalt zu berechnen, dividiert man den angegebenen Rohaschewert - zB 1,8% - durch den Anteil der Trockenmasse - also 20% - und multipliziert ihn mit 100. So kommt man auf einen tatsächlichen Anteil von 9%.


Quellen: www.naturavetal.at, www.tiermedizinportal.de

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